Grüner Bezirksverband Unterfranken

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Atomkraftwerk Grafenrheinfeld sofort abschalten

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Resolution des unterfränkischen Bezirkspräsidiums der Grünen

Sicherheit geht vor! Das ist das absolute Minimum, dass beim Betrieb von Atomkraftwerken (AKW) gelten muss. Wenn E.ON einen möglichen Riss in einer Leitung im Reaktorkern des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld (KKG) erst nach sechs Monaten meldet und die Reaktorsicherheitskommission absegnet, dass dieser Schaden erst bei der nächsten regelmäßigen Revision im März behoben werden soll, dann wird gegen dieses Gebot der größtmöglichen Sicherheit massiv verstoßen.

So wird Vertrauen weiter erschüttert und die Zweifel an der Zuverlässigkeit der AKW-Betreiber erweisen sich erneut als begründet, wie schon in der Vergangenheit, als erst im Nachhinein gravierende Sicherheitsmängel zugegeben wurden, wie zuletzt in Forsmark, in Brunsbüttel oder Philippsburg II.

Warum wurde der Reaktor des KKG im Juni 2010 wieder hochgefahren, obwohl ein möglicher Riss festgestellt wurde? Warum wurde mit halbjähriger Verzögerung der Riss erst gemeldet? Bei einem solchen Vorgehen, müssen sich die Verantwortlichen bei E.ON nicht wundern, wenn da der Verdacht aufkommt, dass eine solche Meldung nicht in die Landschaft gepasst haben könnte, während der Verhandlungen um die Verlängerung von Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke.

Nur Transparenz, offene Kommunikation und schnelles Handeln bei möglichen Schäden können solchen Verdächtigungen entgegen wirken. Statt dessen scheint es, dass aus solchen Vorgängen nichts gelernt wird.

Daher fordern die unterfränkischen Grünen, das KKG so sofort abzuschalten und die betroffene Leitung eingehend zu untersuchen. Da unbekannt ist, ob der Riss weiter gewachsen sein könnte, z.B. durch das Fahren des KKG im Lastfolgebetrieb und durch die Schnellabschaltung am 30. September 2010, muss die betroffene Leitung sofort überprüft werden!

Bündnis 90/Die Grünen
Bezirkspräsidium Unterfranken

Einstimmig beschlossen auf der Bezirkspräsidiumssitzung am 22.1.2011 in Würzburg